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Auf den ersten Blick erstaunlich ist, dass im Kloster Wettingen zwei Grablegen der im 13. Jahrhundert mächtigen Adelsgeschlechter der Kyburger und Habsburger stehen, nicht des Klostergründers Heinrich von Rapperswil, der im Kapitelsaal begraben worden ist. Auf den zweiten Blick macht dies aber durchaus Sinn, waren die zwei Geschlechter doch frühe Förderer des Klosters. von Bruno Meier Die beiden mächtigen, etwa acht Tonnen schweren und aus Würenloser Muschelkalksandstein gefertigten Sarkophage der Kyburger und Habsburger stehen heute im Laienschiff des Klosters. Sie wurden nach der Renovation der Kirche 1993 dort platziert. Sicher seit dem Ende des 16. Jahrhunderts stand zumindest der Kyburger Sarkophag in der Vorhalle der Marienkapelle. Aufzeichnungen des Abtes Peter Schmid bestätigen dies und der St. Blasianer Mönch und Historiker Marquard Herrgott publizierte 1737 eine Zeichnung davon.
Wer waren die bestatteten Kyburger? Da Anna von Rapperswil, die erste Frau von Hartmann dem Jüngeren, im Kapitelsaal von Wettingen 1253 ihre letzte Ruhe fand, wäre zu vermuten, dass ihr Mann deshalb in Wettingen bestattet wurde. Sein Onkel folgte ihm ein Jahr später nach. Im Nekrologium von Wettingen ist für den 3. September eine Jahrzeitstiftung der Witwe Elisabeth von Chalon, der zweiten Frau von Hartmann den Jüngeren, verzeichnet. Der Todestag von Hartmann dem Älteren wird am 27. November vermerkt. Die Grablege zeigt die enge Verbundenheit der Kyburger mit dem Kloster Wettingen, auch wenn sie selbst nicht die eigentlichen Stifter gewesen waren. Erst Albrecht, dann Rudolf von Habsburg-Laufenburg Der zweite Sarkophag ist parallel mit einem vergleichbaren Flachrelief auf dem Deckel versehen, aber mit dem Wappen der Habsburger, dem aufsteigenden Löwen. Die Beschriftung und die farbige Bemalung sowie die Statuette, die König Albrecht I. darstellt, stammen aus der Zeit um 1570 und wurden von Abt Christoph Silberysen angebracht. Berühmt geworden ist die Grablege als vorübergehender Bestattungsort des bei Windisch am 1. Mai 1308 ermordeten habsburgischen Königs Albrecht I. von Habsburg-Österreich, der erst im Herbst 1309 nach Speyer überführt wurde und dort an der Seite seines Vaters die letzte Ruhe fand. Darauf nehmen die Beschriftungen von Silberysen Bezug. Im Jahr 1314 fand gemäss Silberysen Rudolf III. von Habsburg-Laufenburg, zweiter Ehemann von Elisabeth, der letzten Rapperswilerin, hier seine letzte Ruhestätte. Er sei in Montpellier auf dem Weg an den französischen Königshof verstorben und sein Leichnam nach Wettingen überführt worden. Rätsel um den Standort der Grablege
Der Sarkophag ist allerdings einige Jahrzehnte älter und wird aus einer ähnlichen Zeit stammen wie sein Gegenüber. Es ist deshalb zu vermuten, dass er schon früher als Grabstätte der Habsburg-Laufenburger diente, vielleicht für Rudolfs Vater Gottfried, der 1271 verstorben war. Wahrscheinlich steht der Sarkophag am ursprünglichen Ort. Allerdings kann es auch sein, dass die 1256 geweihte Marienkapelle als Grabkapelle gebaut worden sei und beide Sarkophage ursprünglich dort gestanden haben. Aufgrund der Quellenlage lässt sich dies jedoch nicht entscheiden. Weiterlesen: Windler, Renata: Grabstätten der Grafen von Kyburg. In: Die Grafen von Kyburg. Eine Adelsgeschichte mit Brüchen. Hg. von Peter Niederhäuser. Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich Bd. 82. Zürich 2015, S. 53–64. Kommentare sind geschlossen.
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Mai 2026
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